02.01.2026 01:00

Keine Kohle, kein Plan, kein Problem: So startest du deine eigene Metal-Band

Der vollkommen ernst gemeinte Metal-Guide.
Der vollkommen ernst gemeinte Metal-Guide. (Bild: Bound by Metal)

Sodom haben einst eigentlich nur eine Band gegründet, nicht um Musik zu machen, sondern um einen Grund zu haben zusammen abzuhängen, Metal zu hören und Bier zu trinken. Wer dann welches Instrument spielen lernt: vollkommen nebensächlich. Wird sich schon ergeben. Trotz dieser initialen Herangehensweise haben sie es in die Teutonic Big Four geschafft. Wie man sieht: Es geht auch ohne Plan. Und jeder fängt mal klein an. Ergo: Hauptsache anfangen!

1. Bandname zuerst. Musik später.

Der Bandname ist am Anfang einfach alles. Du brauchst etwas, das klingt wie ein mythisches Wesen, eine antike Kriegswaffe oder ein lateinischer Fachbegriff für Verdammnis. Beispiele:

  • "Goatfurnace"
  • "Necrohort"
  • "Kriegspilzbunker"
  • Aber auch wenn du dich für "Shadow of Eternal Suffering" entscheidest, bist du auf dem richtigen Weg.
  • Bonuspunkte für lateinische Schreibweisen mit "V" statt "U" (z. B. "Mortvm Svblvx").

2. Besetzung: Freunde, Bekannte, Leute mit Instrumenten

Wer ein Instrument besitzt, ist automatisch in der engeren Auswahl. Wer eins spielen kann, kommt in die Band! Ideal:

  • Gitarrist, der nur Powerchords kann
  • Drummer, der nur Doublebass kann
  • Bassist? Optional. Oder halt einfach der Bruder von jemandem.

Wichtig: Einer muss schreien können. Oder zumindest bereit sein, sich bei YouTube "einzulesen", wie das geht.

3. Equipment: Was du brauchst, und wie du es nicht bezahlst

Keine Kohle? Kein Problem:

  • Gitarren bekommt man auf dem Flohmarkt, in der Scheidungskiste vom Musikladen oder auf (ehemals eBay-)Kleinanzeigen gegen nen Kasten Bier.
  • Verstärker? Leiht man sich vom Nachbarn, der denkt, du machst Jazz.
  • Proberaum = Keller, Garage oder leerer Kuhstall. Hauptsache es hallt und deine Nachbarn hassen dich ab sofort.

Pro-Tipp: Mit genug Gain klingt selbst eine billige Klampfe nach Apokalypse.

4. Songwriting: Ein Riff. Noch ein Riff. Fertig.

Kompliziert ist was für Prog-Bands. Du brauchst nur:

  • Ein böses Riff
  • Text über Tod, Dunkelheit, Bier oder mittelalterliche Schlachten
  • Und einen Break, bei dem alle "Ugh!" schreien

Fertig ist dein erstes Lied. Heißt jetzt "Doommarch" und hat mindestens 7 Minuten.

Pro Tipp: Ausuferend lange Solos sind natürlich der absolute Gipfel der Kunst. Oder absolut nervtötend. Also als Einsteiger am besten erstmal weglassen. Investiere die Energie am besten stattdessen nochmals in ein Überdenken des Bandnamens. "Metalli-Cats" klingt nicht wirklich cool, aber eine andere Band hatte mit nur einer leichten Abwandlung dieses Namens später auch riesigen Erfolg.

5. Bandfoto: Schwarz. Ernst. Im Wald.

Ein echter Klassiker. Tipps:

  • Location: Friedhof, Industriebrache oder Spielplatz bei Nacht
  • Keiner lächelt. Auch nicht aus Versehen.
  • Outfit: Schwarz, Leder, Nieten, eventuell ein Schwert aus dem Karnevalsladen
  • Nebelmaschine? Kerzen? Immer gut.

Wenn euer Foto aussieht wie eine norwegische True-Crime-Doku, seid ihr auf Kurs. Ansonsten bitte nachjustieren mit etwas Corpsepaint.

6. Aufnehmen: Low Budget, High Volume

Dein Smartphone ist dein Studio. Oder der Cousin von deinem Drummer, der mal einen Podcast aufgenommen hat. Wichtig:

  • Alles doppeln. Dann klingt's nach Studio.
  • Fehler? Egal. Nennt sich "Live-Charme".
  • Hauptsache: laut, roh, ungeschliffen.

Wenn du es nicht hinbekommst geh zu den Forstarbeitern im Wald und lass dir zeigen wie man es macht.

7. Promo: Schrei ins Internet

Instagram, Bandcamp, TikTok (ja, auch da): Sag der Welt, dass ihr existiert. Regel 1: Immer so tun, als wärt ihr der heißeste Scheiß seit Bathory. Regel 2: Postet nicht zu viel, sonst merkt vielleicht noch jemand, dass ihr nicht der heißeste neue Underground-Shit seid.

Bonus: Schreibe deinen Bandnamen auf Laternen, Schulhöfe oder Kirchentore. Oldschool-Marketing!

Summa summarum

Du brauchst keine Kohle, kein Studio, keinen Plan. Du brauchst nur:

  • Freiwillige
  • Lärm
  • Eine gesunde Grundhaltung
  • Ein bisschen Wahnsinn
  • Bier schadet auch nicht

Und schon hast du eine Band. Vielleicht keine gute, aber eine ehrliche. Und das ist im Metal eh das Wichtigste.